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FÖRDERVEREIN „FREUNDE DER GRUNDSCHULE VENNEBECK“ Hebbelstr. 17 32457 Porta Westfalica ____________________________________________________________________________________________________________________
PRESSEMITTEILUNG
MT vom 22.4.2010 „Vennebecker wollen am Standort festhalten“
Die Diskussion um die Erhaltung oder Schließung von Schulen in Porta Westfalica zieht sich in die Länge wie zähes Kaugummi. Mindestens drei Standorte sollen geschlossen werden, wurde immer wieder von Verwaltung und Politik angesagt. Wenn sich in dieser Zeit ein Standort von allein erledigt, umso bequemer für die Verantwortlichen. Über die weiteren zwei zur Schließung stehenden Standorte wurde in der Bildungsausschuss- Sitzung kein Wort verloren. Vennebeck ist ja nicht die einzige einzügige Grundschule mit Nachwuchsproblemen. An den anderen Schulen steht dieses Problem innerhalb der nächsten Jahre ebenfalls ins Haus, auch wenn mancherorts noch von Neubauplänen geträumt wird.
In Vennebeck haben 16 Eltern ihr Kind freiwillig angemeldet. Die Bezirksregierung sagt: Damit kann man keine Eingangsklasse bilden, weil damit die Lehrerverteilung unverhältnismäßig sei. Das wäre einzusehen, läge nicht in diesem konkreten Fall ein Rechenfehler vor: Die 16 Kinder müssen ja jetzt irgendwo untergebracht werden. Freier Elternwille, vom Bürgermeister hoch geschätzt, ist nicht mehr gegeben. Melden die Eltern diese 16 an der alternativ nächstgelegenen Grundschule in Holzhausen an, muss dort ein dritter Zug aufgemacht werden. Das darf eine zweizügige Schule laut Schulgesetz durchaus einmalig tun. Nur: Diese dadurch entstehende Klasse benötigt doch auch einen zusätzlichen Lehrer! Wo ist also der Unterschied, ob man eine zusätzliche Lehrerstelle in der einen oder der anderen Schule braucht? Das Argument ist somit nicht stichhaltig.
Im nächsten Jahr stehen im Einzugsbereich Vennebeck/ Holtrup/ Costedt sogar 34 Kinder für die erste Klasse bereit, in Holzhausen 58 (Zahlen lt. Meldeprogramm der Stadt, Stand 5.1.2010). Wie soll das dann gehen, wenn in Vennebeck nicht mehr angemeldet werden kann? Vier Züge in Holzhausen aufmachen? Noch mehr Lehrer einstellen? In einer Schule, die bereits jetzt mit zwei Zügen nicht genügend Platz für die Ganztagsbetreuung der angemeldeten Kinder hat? (vgl. MT vom 16.2.2010 „CDU fordert Schulanbau“) Sollen die Kinder in den beliebten Containern unterrichtet werden oder muss dann etwa doch angebaut werden? Wie war das noch gleich mit dem Haushaltsdefizit der Stadt? Muss nicht gespart werden an allen Ecken und Enden? Das ist eine Milchmädchenrechnung, und dieses Argument ist somit ebenfalls hinfällig.
Die Kommune kann entscheiden, einer Schule zu genehmigen, eine unterzählige Eingangsklasse zu bilden. Man möchte sich im Moment zwar herausreden mit dem Verweis auf die höhere Instanz Bezirksregierung, doch der „Leitfaden Schulorganisation“ der Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 48, vom Februar dieses Jahres, sagt im Teil C auf Seite 44 eindeutig, dass vor der letzten Möglichkeit der Auflösung einer Schule vom „Schulträger zu prüfen“ ist, „ob auch andere Maßnahmen in Betracht kommen, wie z.B. die Beschränkung der Zügigkeit anderer Schulen zu Gunsten der gefährdeten Schule, Koordinierung der Aufnahmeentscheidung der Schulleitungen im Schulträgerbezirk etc.“ und im Weiteren „Hierfür ist eine vorausschauende Schulentwicklungsplanung unerlässlich.“ Die Kommune= Schulträger hat also durchaus Handlungsspielraum! Die Geburtenzahlen und sich daraus ergebenden zu erwartenden Schülerzahlen für das nächste Schuljahr lagen der Verwaltung doch lange genug vor, schließlich spricht man dort ja auch ständig von den Zahlen für 2014 und 2015. Durch die Aufhebung der Schulbezirksgrenzen kann man zwar das Wahlverhalten der Eltern nicht genau vorhersehen, aber doch Trends erkennen. Und wenn in einem Bezirk nur 20 Geburten eines Schuljahrgangs vorliegen, dann weiß man doch, dass es knapp werden könnte, die magische 18 zu erreichen. Nachdem im vergangenen Oktober nur neun Anmeldungen vorlagen, hatte die Verwaltung zwar die Eltern eingeladen und empfohlen, an einer anderen Schule anzumelden. An der Stelle hätte man aber spätestens mit intensiver Planung beginnen müssen: Was passiert, wenn Vennebeck tatsächlich keine Eingangsklasse bekommt? Wie geht es mit den verbleibenden Jahrgängen weiter? Wie sichert man einen geordneten Schulbetrieb? Das muss man doch planen, man kann die Kinder/ Eltern/ Lehrer doch nicht einfach so ins Leere laufen lassen! Dies ist ebenfalls in dem oben zitierten Leitfaden so vorgeschrieben, unter anderem die „Beteiligung der Schulkonferenz“, die „Darlegung einer anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung“ sowie die „Darstellung der künftigen Beschulung der betroffenen Schülerinnen und Schüler“. Diese Planung wurde jedoch versäumt! Die politische Entscheidung über Gedeih und Verderb einzelner Schulstandorte in Porta ist noch immer nicht gefallen, die entscheidenden Politiker möchten sich gerne alle Optionen offen halten, wie z.B. von Herrn Geffert von der SPD gefordert. Mit der Ansage, es kann keine Eingangsklasse gebildet werden, ist Vennebeck jedoch schon vorzeitig aus dem Rennen.
Über die anderen Standorte wurde nichts gesagt, es besteht ja z.B. auch die Möglichkeit, zwei kleine Schulen zu einer zweizügigen zusammen zu legen.
Die Grundschule Vennebeck verfügt nicht nur über eine engagierte Elternschaft, sondern auch über „das neuwertige Schulgebäude einschließlich Turnhalle“, das genügend Platz bietet „für eine zweizügige Grundschule mit 8 Klassen“ (Entwurf des Schulentwicklungsplans der Stadt Porta Westfalica vom 20.2.2009). Wie man es dreht und wendet: Die Stadt kommt um ihre Verantwortung nicht herum und muss, aufgrund von Versäumnissen und um sich noch alle Optionen in der Schulentwicklungsplanung offen zu halten, die Eingangsklasse an der Grundschule Vennebeck genehmigen, um dann in Ruhe mit entsprechenden Zeitreserven an einer zukunftsgerichteten, sinnvollen „echten“ Schulentwicklungsplanung zu arbeiten.
Sonst steht hier bald die modernste Grundschule der Stadt leer und unsere Kinder müssen jeden Tag an ihr vorbei in eine nicht freiwillig gewählte, alte und überfüllte Schule fahren.
-Ende der Pressemitteilung- ___________________________________________________________________________________________________________________
Fazit: Wir machen weiter!
Wir werben weiter für unsere Schule und unsere besondere Form der Betreuung und sind laufend im engen Kontakt mit Politikern, Verwaltung, unseren Lehrern und den interessierten und sehr engagierten Eltern von Schulanfängern, um unsere erste Klasse für 2010 weiter zu füllen. Natürlich freuen wir uns über jeden Anruf und sind auch gern bereit zu spontanen Treffen und Führungen durch unsere Schule. Schliesslich haben wir da ja auch wirklich etwas vorzuzeigen. Telefonummern und Adressen der Ansprechpartner im Impressum.
Diana Tuleweit, 1. Vorsitzende des Fördervereins Heinrich Kühme, 2. Vorsitzender des Fördervereins und Schulpflegschaftsvorsitzender
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